News: 2013

Im Jahr 1997 blühten die Temporären Gärten zum ersten Mal als eine Aktion der Landschaftsarchitekten Daniel Sprenger und Marc Pouzol mit dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Berlin im Berliner Stadtraum auf.
Seitdem veränderten sie die Wahrnehmung von städtischen Orten und Arealen, die sonst nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen, in Berlin, wie in Le Havre, Frankreich, in Tartu, Estland und in Aachen.

Gärten und Landschaften sind Ideen, sie entstehen als Bilder im Kopf. Die Temporären Gärten spielten mit diesen Bildern. Es sind oft die kleinen Eingriffe, die scheinbar logischen Ergänzungen oder Brüche, die Sehnsüchte, Freude auslösen, Anstoß zu eigenen Ideen geben und anders als das festgeschriebene, eingezäunte und durch Verordnungen geschützte Stadtgrün altbekannte Gewohnheiten in Frage stellen. Mit gärtnerischen Interventionen werden Potenziale im Stadtraum sichtbar, und Teilnehmer und Besucher entdecken das Abstandsgrün zwischen Haus und Straße als Kommunikationsort.

Die Organisatoren, zu denen 1999 die Projektmanagerin und Kommunikationsberaterin Sally Below stieß, entwickelten ein Thema und fanden einen neuen Ort. Sie luden Landschaftsarchitekten, Architekten, Künstler und Studenten aus dem In- und Ausland ein, sich mit ihren Ideen zu beteiligen, darunter viele, die heute einen Namen in der Szene haben. Aus dieser Sammlung entwickelten sich im Laufe einiger intensiver Vorbereitungsmonate dann die Temporären Gärten als Rundgang mit etwa 20 Projekten.

Die Temporären Gärtner beschäftigten sich mit dem, was sie in der Stadtlandschaft vorfanden. Sie untersuchten einen Ort mit seinen architektonischen, sozialen und historischen Besonderheiten, um ihn dann für vier Tage im Sommer zu bespielen. Die Akteure erwiderten mit ihren Arbeiten aber nicht nur den vordergründigen Blick auf wenig beachtete Stadtbereiche, sondern stellten die grundsätzliche Frage, wie städtischer Lebensraum wahrgenommen, und welches kulturelle Verständnis diesem entgegengebracht wird.